Premierminister Südkoreas: Kryptowährungen korrumpieren unsere Jugend

Premierminister Lee Nak-yeon sah sich am Dienstag nach einer Kabinettssitzung offenbar dazu genötigt, den positiven Kursverlauf des Bitcoin öffentlich zu kommentieren. Das wachsende Spekulationsgeschäft mit Kryptowährungen führe seiner Meinung dazu, dass vermehrt junge Koreaner in den Verkauf von Drogen hineingezogen werden. Auch befürchtet Nak-yeon für sein Land den Anstieg illegaler Geschäfte nach dem Schneeballsystem.


"Es gibt Fälle, bei denen junge Koreaner, einschließlich der Studenten, ins Geschäft einsteigen, um das schnelle Geld zu verdienen. Virtuelle Währungen werden bei illegalen Aktivitäten wie dem Drogenhandel oder dem Multi-Level-Marketing für Betrügereien verwendet",

sagte Lee in seinem offiziellen Statement, welches vom Nachrichtensender CNBC ins Englische übersetzt wurde. Diese Entwicklung könne zu ernsthaften Schäden oder zu krankhaften sozialen Phänomenen führen, wenn man darauf nicht reagiert, führte er an.

Bisher haben die südkoreanischen Aufsichtsbehörden auf das Thema Kryptowährungen eher skeptisch reagiert. Im September dieses Jahres kündigte die Regulierungsbehörde an, die Ausgabe neuer Initial Coin Offerings (ICOs) zu verbieten. Damit folgte die Finanzbehörde dem Beispiel Chinas, wo kurz zuvor diese recht neue und unregulierte Form des Crowdfundings untersagt wurde. Nach eigenen Angaben wollte man durch das Verbot weiteren Betrugsversuchen im südkoreanischen Finanzsektor zuvorkommen.

Nach Medienberichten konnte dies das Interesse des südkoreanischen Volkes an Kyptowährungen bislang nicht bremsen. Am Handelsvolumen des globalen Bitcoin-Marktes sollen die Südkoreaner mit zirka 18 % beteiligt sein.